| Challenge Roth der Bericht |
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Zwanzig Jahre nach seiner ersten Langdistanz ging der gebürtige Bocholter und jetzige Wahl-Dingdener Ralf Elting wieder in Roth an den Start. 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und ein abschließender Marathon über 42km waren zu bewältigen. Abgesehen von den Distanzen hat sich der Triathlonsport seit 1990 allerdings grundlegend geändert. Schwimmen ohne Langarm-Neoprenanzug, Verpflegung ausschließlich durch Apfelschorle und Bananen, Rennräder mit Stahlrahmen und ein Wettkampf ohne Pulsuhr ist heutzutage undenkbar.
Die schönste Nachricht wurde den über 3000 Athleten auf der Wettkampfbesprechung am Vortag überbracht. Es sollte am nächsten Tag bewölkt sein mit Tageshöchsttemperaturen von 26°. Optimale Vorraussetzungen für den folgenden langen Tag.
Die Nacht vor dem Start schlafen die Athleten kaum. Einerseits ist es die Aufregung, andererseits heißt es um halb vier aufzustehen, um rechtzeitig zum Start zu gelangen. Sein Bruder gab Elting morgens ein „genieße den Tag“ mit auf dem Weg und diesen Wunsch führte er den ganzen Wettkampf in Gedanken mit.
Trotz der intensiven Vorbereitung (Trainingskilometer in 2010: 220km Schwimmen, 3700km Rad und 900km Laufen, im Schnitt 11:20 Wochenstunden) ging Ralf Elting mit gehörigen Respekt vor den zu bewältigen Distanzen um 7:10 Uhr an den Start.
Als ehemaliger Leistungsschwimmer ist die erste Disziplin keine Herausforderung, vielmehr geht es darum möglichst kraftschonend die 3,8km zu absolvieren. Als Zweiter seiner Startgruppe wurde Elting in sehr guten 56:25 Minuten von der mitgereisten Familie lautstark am Schwimmausstieg begrüßt.
Die Radstrecke in Roth gilt als schnell, trotzdem wird den Athleten auf über 1000 Höhenmetern einiges abverlangt. Entschädigt werden sie durch die vielen Zuschauer am Rande der Strecke, insbesondere am Solarer Berg, wo mehr als zwanzigtausend Sportfans die Radfahrer die Steigung hinauf puschen. Seine Ehefrau hatte eigens ein Banner anfertigen lassen, dass auf einem Kran am Solarer Berg aufgehängt wurde.
Die böigen Winde kosteten Elting einiges an Kraft, so dass die zweite der beiden Radrunden schwieriger fiel als erhofft. So kreisten bei Elting schon während der letzten Radkilometer die Gedanken um die dritte und seine schwächste Disziplin. Bei allem Training und Planung ist immer auch die Tagesform von entscheidender Bedeutung und der Zweifel am erfolgreichen Finish allgegenwärtig. Nach 5:30h und einem 32iger Schnitt ging es dann zum zweiten Wechsel.
Glücklicherweise bestätigten sich die Sorgen für das abschließende Laufen nicht und Elting konnte den Marathon mit kontrolliertem Puls in flottem Tempo angehen. Auf den ersten dreißig Kilometern konnte er die famose Stimmung rund um den Main-Donau-Kanal aufnehmen und - wie vom Bruder mit auf dem Weg gegeben - genießen.
Dann ging sein Gel-Vorrat zu Ende und ab KM 30 waren die Kräfte aufgebraucht. Es zählte nur noch der Wille zum finishen. An den letzten Verpflegungsstellen wurde heiße Hühnerbrühe ausgegeben, die Elting zum ersten Mal in einem Wettkampf testete und als sehr belebend empfand.
Nach 10:33 Stunden kam endlich der lang ersehnte Zieleinlauf. Begleitet von seiner Tochter Judith drehte Elting unter dem Jubel der vielen tausend Zuschauern eine Runde im Zielstadion und mußte im Ziel erst einmal seinen Tränen freien Lauf lassen. |
